Doktoranden in Lienz: Wolfgang A. Hörtnagel

Doktoranden in Lienz: Wolfgang A. Hörtnagel

Veranstaltungen & Termine 03.02.2020

“Smart Wave Vanisher”, lautet der Arbeitstitel der Dissertation, in der Wolfgang A. Hörtnagel die messtechnische Identifizierung von Schwingungen, sowie die konstruktionstechnischen Maßnahmen zur erschütterungsarmen Lagerung von empfindlichen Gütern untersucht.

Wolfgang A. Hörtnagel hat das Bachelor- und Masterstudium der Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz abgeschlossen und startete 2018 seine Dissertation. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Technik Lienz führt er in den Fächern Modellbildung und Simulation sowie Regelungstechnik und Prozessautomatisierung Rechenübungen und Labore durch.

Sein Dissertationsvorhaben wird in Kooperation mit Liebherr-Hausgeräte Lienz durchgeführt und beschäftigt sich mit der vibrationsarmen Lagerung in Kühlgeräten mit Kompressionskühlung. Das durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft unterstützte Projekt hat das Ziel, Schwingungsquellen und die Übertragungswege von Vibrationen zu identifizieren und quantifizieren. Unterstützt durch den Industriepartner werden anschließend Optimierungen durchgeführt und die Verbesserungen in realer Umgebung getestet.

Eine Vielzahl an Studien beschäftigt sich mit der Abstrahlung von Hörschall nach außen beziehungsweise mit der Reduktion der Geräuschentwicklung. Optimierungen für die Lagerung des Kühlgutes sind jedoch ein bisher vernachlässigtes Thema. Mehrere Studien untermauern, dass eine erschütterungsarme Lagerung Grundvoraussetzung für die Produktion und den Erhalt qualitativ hochwertiger Weine ist. Weitere Anwendungsbereiche sind Laborgeräte für Pharmazie, Chemie oder Biologie. Verkompliziert wird die Aufgabe durch notwendige Energieeffizienzmaßnahmen. Die modernen Verdichter mit variablen Drehzahlen sorgen dafür, dass die benötigte Kühlleistung an den Energiebedarf des Kühlschrankes angepasst wird. Dies spart viel Energie – erzeugt aber auch Schwingungen in verschiedenen Frequenzen, die auf ihrem Weg zum Kühlgut unterschiedlich gedämpft werden müssen. Die Entwicklung industrietauglicher Optimierungsmaßnahmen soll in Zukunft nicht nur die Lagerung von teuren Weinen und Medikamenten verbessern, sondern auch zu einem angenehmeren und geräuschärmeren Wohnklima beitragen.

Erste Ergebnisse konnten bereits präsentiert werden. Auf der DSTA 2019, einer internationalen Konferenz für Dynamische Systeme, wurde ein mathematisches Verfahren zur Bestimmung von Transferpfaden vorgestellt, welches auch für leistungsschwache Messsignale eingesetzt werden kann.

Der in Assling aufgewachsene Wissenschaftler ist ein Heimkehrer, der nach Jahren des Grazer Stadtlebens die Naturbelassenheit von Osttirol noch mehr schätzt als zuvor. Als sich die Chance auf eine fachlich hochqualifizierte Anstellung in Lienz bot, zählte er zu den ersten Bewerbern.

Aktuell beschäftigt sich Wolfgang mit analytischen Näherungsmethoden, die das dynamische Hochlauf-Verhalten von federgelagerten Rotormaschinen beschreiben sollen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen der IFTOMM D-A-CH Konferenz im Feber 2020 präsentiert werden. Weitere Ergebnisse der Dissertation werden voraussichtlich im Juli 2020 auf dem ECCOMAS Weltkongress in Paris veröffentlicht.